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Verleihung der Stockstädter Münze an engagierte Bürger
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Verleihung der Stockstädter Münze an engagierte Bürger [15.01.2012] |
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Bilder: Harald von Haza-Radlitz
Landrat Thomas Will und der erste Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Stockstadt am Rhein Reiner Kiesel verliehen in diesem Jahr die Stockstädter Münze an Herrn Rene Schnappenat (4. von links) für sein Engagement im Stockstädter Schützenverein, Herrn Dr. Norbert Becker (2. von links) für seinen Einsatz bei der Schnakenbekämpfung und Herrn Siegfried Hahn (4. von rechts) für sein langjähriges soziales, sportliches und politisches ehrenamtliches Engagement in Stockstädter Vereinen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Gruppe Ried-Sax.
Verleihung der Stockstädter Münze an Rene Schnappenat
  
Laudatio von Klaus Mölbert auf Rene Schnappenat:
Sehr geehrter Herr Landrat Will,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Raschel,
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Liebe Gäste,
Ich freue mich sehr, jetzt eine Laudatio auf einen Mann halten zu dürfen, der aus zwei Gründen mit der Stockstädter Münze ausge-zeichnet werden soll:
Zuvorderst stehen seine unzähligen sportlichen Erfolge, die er errungen hat, danach aber – und deswegen nicht minder von Be-deutung - ist sein Engagement in der Organisation des Vereins. Tätigkeiten, ohne die – wie alle wissen, die vom Ehrenamt spre-chen – eine gute und erfolgreiche Vereinsarbeit nicht möglich wäre.
Es handelt sich um den 1974 in Weimar geborenen und schon lange in Stockstadt lebenden René Schnappenat.
Beginnen darf ich mit seinen sportlichen Erfolgen im Bereich des Sportlichen Schießens. Seine erfolgreichste Disziplin hierbei ist das Schießen mit dem Ordonanzgewehr. Eine Disziplin die außerhalb der Schützenvereine zwar nicht so bekannt ist wie das Schießen mit Luft- oder Kleinkalibergewehr, sich heute aber wachsender Beliebtheit bei den Sportschützen erfreut.
Zuerst darf ich einige grundlegende Worte über dieses sportliche Schießen verlieren. Was also ist ein „Ordonanzgewehr“ ?
Entsprechend der Übersetzung aus dem Französischen für Or-donnanz, (ordonnance – Befehl, Anordnung), ist die Ordonnanz-waffe die militärische, dem Soldaten, Polizei-, Ordnungs- und Justizbediensteten etc. zugeteilte, also befohlene oder angeord-nete Dienstwaffe. Auch nach der Ausmusterung dieser Waffen bleibt ihnen die Bezeichnung „Ordonnanzwaffe“ erhalten.
Vereinfacht kann man sagen: Es handelt sich hier um das in Sportordnungen geregelte und international durchgeführte „Sportliche Schießen mit original historischen Waffen“. Diese schließen auch historische Gewehre mit Schwarzpulverladung ein, mit denen unser zu ehrender Sportschütze ebenfalls viele Erfolge errungen hat. Rene Schnappenat schießt hauptsächlich und hat beste Leistungen mit seinem aus dem Jahre 1908 stammenden Ordonanzgewehr „Karl-Gustav“, im Volksmund auch „Schweden-Mauser“ genannt. Ein Gewehr mit dem Kaliber 6,5 x 55 mm. Scheiben-Entfernung zwischen 100 und ca. 1000 m.
Soviel zu den technische Details hin zu einigen wenigen grund-legenden Bemerkungen zum Schießsport allgemein.
Die Vorurteile, die den Sportschützen teilweise entgegen ge-bracht werden, sie seien unverantwortliche Waffennarren, sind wahrlich nicht realitätsgerecht, sondern entspringen oft einer gra-vierenden Unwissenheit oder – schlimmer – sie werden von Poli-tikern oft dazu missbraucht, den Schießsport in Verruf zu bringen, nur weil ein Hinterbänkler wieder einmal „eine Sau durch Dorf treiben“ muss, um beachtet zu werden. Ein Aufschrei mit an-schließenden Verbotsdrohungen geht durch den Blätterwald, wenn ein bedauernswerter geistig verwirrter junger Mensch mit der Waffe seines Vaters Menschen erschossen hat, nur weil die-ser Vater das Waffengesetz missachtet hat, und seine Pistole nicht im gepanzerten Waffenschrank unterbrachte. Dies ein au-ßerordentlich bedauerliches Ereignis, aber trotzdem nicht geeig-net, hieraus eine pauschale Verdammung der Schützen abzulei-ten. Zumal Beteiligungen von Waffen aus Schützenvereinen bei der Kriminalstatistik nur eine marginale Rolle spielen. Hingegen können Medaillen bei Olympischen Spielen, die in der Presse so gefeiert werden, nicht erzielt werden, wenn eine Sportart nicht in der Breite betrieben wird. Die ca. 1,5 Mio. Bürger, die in Deutsch-land den Schützenvereinen angehören, stellen genau diese Brei-te einer Sportart dar, die für überregionale und beachtenswerte Erfolge benötigt wird. Darüber hinaus sind die Schützenvereine gerade auf dem flachen Land wichtige Agenturen der sozialen Integration, ebenso wie z.B. die Fußballer oder andere Breiten-sportarten.
Die Leistung von René Schnappenat, wie er sie mit dem Ordon-nanzgewehr erzielt hat, belegen die Berechtigung der Schützen-vereine mit ihrer sportlichen Ausrichtung, wie sie z.B. auch von der Stockstädter-Schützengemeinschaft gepflegt wird.
Auf eine Entfernung von 100 Metern hat unser Schütze bei 30 Schuss als bestes Ergebnis 292 Ringe erzielt, d.h. z.B. 22 mal ins Zentrum mit einer 10 und 8 mal nur eine 9. Wer schon jemals auf eine Scheibe geschossen hat, kann erahnen, welche Leistung hier erbracht wurde und demzufolge welches ausdauernde sportliche Training und Disziplin dahinter steckt sowie welche unbedingt erforderliche körperliche Fitness von Nöten ist .
Dies auch der Zeitpunkt, die sportlichen Erfolge unseres zu Eh-renden - im Folgenden in Stichworten - darzustellen.
- Teilnahme mit der Mannschaft bei den Weltmeisterschaften 2006 in Kapstadt, Südafrika.
- Seit 2002 insgesamt 7 mal Deutscher Meister in unterschiedli-chen Diziplinen.
- Daneben viele Male Deutscher-Vizemeister.
- Über 20 mal Landesmeister Hessen (Er hat bei 20 aufgehört mitzuzählen)
- Kaum schätzbare Gau- und Kreismeistertitel.
- Teilnahme an Internationalen Wettbewerben häufig z.B. in Eng-land, in der Schweiz und in Luxemburg.
Zusammengefasst darf ich sagen:
In Rene Schnappenat sehen wir ein überdurchschnittliches
sportliches Talent mit ebensolchen sportlichen Erfolgen !
Aber René steht hier nicht nur der sportlichen Leistungen wegen, sondern weil er ebenfalls vorbildliche Arbeit im Verein vollbringt, also das ausfüllt, was wir von einem Mitbürger im Ehrenamt er-hoffen.
In seinem Verein, der SSG, der Stockstädter-Schützen-Gemein-schaft verantwortet er im Vorstand als „Sportleiter Langwaffen“ die Organisation rund um das Gewehrschießen. Von derzeit ca. 200 Mitglieder der SSG haben sich ca. 40 auf das sportliche Schießen mit Langwaffen spezialisiert. In diesem Bereich ist er seit 4 Jahren überaus engagiert.
Neben dem Deutschen-Sport-Bund, dem die Stockstädter Schüt-zen angeschlossen sind, gibt es z.B. noch den BDS, den Bund Deutscher Sportschützen, der sich mit anderen Waffenarten und Schießdisziplinen befasst. Hier gründete René Schnappenat im Jahre 2005 eine entsprechende Sportgruppe bei den Stockstäd-ter Schützen, deren Gruppenleiter er seit dieser Zeit ist. Die zu-sätzlichen Aufgaben, die sich hieraus ergeben, können mit denen eines Abteilungsleiters bzw. Vereinsvorsitzenden verglichen werden.
Zu guter letzt leitet er die sogenannte Ordonanzrunde auf Kreisebene. Hierbei werden je Jahr 4 Wettkäpfe mit dem Ordo-nanzgewehr durchgeführt, die René ausschreibt, vorbereitet, zu denen er einlädt, denen er meist auch noch als Wettkampfleiter vorsteht.
Unser Sportler und Vereinsaktiver René Schnappenat vereint in vorbildlicher Weise das Ehrenamt, dem wir eine so große gesell-schaftliche Bedeutung zumessen, mit den herausragenden Leis-tungen eines aktiven Sportlers. Er ist also nicht nur „Funktionär“ sondern beides.
Seine Bemerkung, dass er seine Munition selbst laden müsse, um ein gleichmäßiges Schießergebnis erzielen zu können, zeigt in diesem kleinen Detail, dass sein tätiges, sportliches und nicht zuletzt auch finanzielles Engagement rund um den Schießsport wohl fast nur in „fulltime“ zu erzielen ist.
Wir hoffen, dass die Verleihung der Stockstädter Münze an ihn eine kleine Anerkennung dieser, seiner Leistungen darstellt.
Ich als sein Vereinskamerad gratuliere besonders herzlich und wünsche ihm weiterhin viel Spaß und Durchhaltevermögen bei der Arbeit im Verein und mögen er auch in Zukunft herausragen-de sportliche Erfolge erzielen.
Verleihung der Stockstädter Münze an Dr. Norbert Becker
 
Laudatio von Klaus Horst auf Dr. Norbert Becker:
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
.. manchmal sind im Leben ganz kleine Dinge von großer Bedeutung.
.. manchmal sind sie so klein, dass man sie kaum wahrnimmt, kaum sieht –
.. aber trotzdem können sie manchmal ungeheuer störend sein, ja geradezu lästig sein – … manch einen stört sogar „die Fliege an der Wand“ …
.. der eine oder andere befasst sich aber auch systematisch, ja gar wissenschaftlich mit diesem Phänomen – und so erhielt ein weit verbreiteter Vertreter dieser quälenden Spezies den wissenschaftlichen Begriff des „quälenden Taugenichts“ .. lateinisch auch aedes vexans genannt.
.. Sie wissen wahrscheinlich alle, wovon jetzt die Rede ist – im Stockstädter Dialekt spricht man in diesem Zusammenhang auch vun de Schnooge, de Rhoischnooge ..
.. so oder so ähnlich könnte ein wissenschaftlicher Vortrag über das sogenannte „Wappentier“ Stockstadts beginnen, über die Stechmücken des Altrheingebietes um Stockstadt am Rhein – den Stechmücken der Rhein-Auwälder des Naturschutzgebietes Kühkopf-Knoblochsaue –
...Wenn über die Rheinschnaken geredet wird, - ich meine hier nicht die Stockstädter Gesangsgruppe !! - sondern die Stechmücken !!, - besser gesagt, wenn über Schnakenbekämpfung geredet wird, wird dies hier im Ried zumeist verknüpft mit einer Person, die sozusagen „die Inkarnation der Schnakenbekämpfung“ ist, es ist dies der Wissenschaftliche Direktor der KABS, der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS): Dr. Norbert Becker
Dr. Norbert Becker kennen die meisten von uns aus anderen Zusammenhängen und in anderer Funktion, als wir ihn heute sehen: – zumeist hält er einen Vortrag und spricht über seine „Lieblingstierchen“, die Stechmücken im Allgemeinen oder „die Rhoischnooge“ im Besonderen, - zu allermeist aber über die Schnakenbekämpfung durch die KABS.
- Hinweise zur KABS: - mehr als 100 Städte, Gemeinden und Kreise des Oberrheingebietes von Lörrach bis Bingen sowie die 3 Rhein-Anrainer-Bundesländer BaWü, Rhl-Pflz., HE haben sich zur „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) e.V. zusammengeschlossen …. etc., etc.
.. In einem Vortrag, der von Dr. Norbert Becker gehalten würde, würden wir viele interessante Dinge erfahren, manches davon haben wir von ihm zwar schon einmal gehört, aber zwischenzeitlich wieder vergessen – aber immer wieder kommt es uns sehr interessant vor, was er zu berichten hat ! Ja, was er zu berichten hat, fasziniert uns geradezu immer wieder:
Nur einige Beispiele seien genannt:
Sie alle wissen sicherlich:
- es gibt weltweit ~ 3.600 Stechmückenarten,
- davon kommen ~ 46 in Deutschland vor und
- mehr als 30 davon findet man auch am Kühkopf,
- mehr als 2/3 der bei uns auftretenden Stechmücken sind die typischen Rheinschnaken (aedes vexans) –
- aber auch die weitverbreiteten Hausschnaken (culex pipiens) machen uns manchmal „das Leben zur Hölle“,
- ja manche unserer Zeitgenossen züchten diese Plagegeister im Sommer geradezu in ihren Wassertonnen im Garten oder am Haus und wundern sich dann, wenn sie nachts in ihrem Schlafzimmer von ihnen heimgesucht werden – bekanntlich reicht schon ein Exemplar, um „die Nacht zum Tag“ zu machen, für manch einen ist dies dann gar „die Hölle“!
- Aber die Zeichen „moderner Zeiten“, in denen wir leben, machen auch vor Schnakenbekämpfern nicht halt – mehr und mehr werden im KABS-Gebiet auch Stechmücken „mit Migrationshintergrund“ festgestellt, wohl vom weltweiten „Klimawandel“ unterstützt:
- So wurde 2007 in Baden erstmals der „Asiatische Tigermoskito“ (aedes albopictus) als Import durch zurückreisende Italien-Touristen nachgewiesen.
- Ebenso ist im Bereich Südbadens der „Japanische Buschmoskito“ (Ochlerotatus j. japonicus) mitlerweile weit verbreitet (von Lörrach bis zum Bodensee und bis weit in den Schwarzwald hinein).
- Dies allein wären lediglich Feststellungen von allgemeinem oder wissenschaftlichem Wert, wenn nicht bekannt wäre, dass beide Stechmückenarten Überträger von gefährlichen Viruserkrankungen sein können. So ist der „Asiatische Tigermoskito“ (aedes albopictus) sehr wahrscheinlich für die Übertragung des im Mittelmeerraum wieder erneut auftretenden Dengue-Fiebers verantwortlich.
- Ein Blick in die Geschichte zeigt eine interessante Parallele:
Beim „Rheindurchstich Am Geyer“ wurde zur Begründung schon im ausgehenden 18. Jhd. / Anfang des 19. Jhd. das in den Rheinanliegergemeinden grassierende „Sumpffieber“ – eine durch Stechmücken übertragene Infektionskrankheit mit starken Fieberschüben - ( ? eine Unterart von Malaria ?) – angeführt, das man mit der Trockenlegung der „sumpfigen Auwiesen“ nachhaltig bekämpfen wollte !! – Nicht nur der Rheindurchstich durch den großherzoglich-hessischen Wasserbaumeister Dr. Claus Kröncke gelang 1829, auch die Trockenlegung der Rheinuferlandschaft gelang ( - so gut, dass man seit einem ½ Jahrhundert die Felder regelmäßig künstlich bewässern muß - ), auch die Ausrottung des „Sumpffiebers“ ist bis heute gelungen.
Zurück zu den heutigen Erkenntnissen der Forschung:
All diese eingangs dargelegten Erkenntnisse sind nicht nur von allgemeiner oder besonderer naturwissenschaftlicher Bedeutung, viel wichtiger erscheint mir, dass diese Erkenntnisse häufig aus Forschungsarbeiten stammen, die von KABS-Mitarbeitern und KABS-Wissenschaftlern erstellt und/oder begleitet wurden und u.a. von Dr. Norbert Becker initiert und wissenschaftlich betreut werden.
Die KABS hat zur Förderung dieser Arbeiten eigens eine Unter-Organisation ins Leben gerufen, die GfS – Gesellschaft zur Förderung der Schnakenbekämpfung - , die „Drittmittel“ und Fördergelder generiert, um damit relevante wissenschaftliche Projekte und wichtige Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit der Stechmückenbekämpfung ( „mosquito-control“ ) zu finanzieren. Ergänzt wird dies durch eine intensive Kooperation und Verknüpfung mit der Uni Heidelberg, in der Dr. Norbert Becker seit vielen Jahren als Privatdozent Lehraufträge wahrnimmt und sich dort im vergangenen Jahr habilitiert hat, also allerhöchste wissenschaftliche Qualifikationen erworben hat.
An dieser Stelle sei mir gestattet, darauf hinzuweisen, dass nicht nur Norbert Beckers wissenschaftlicher Werdegang und Renomée mit der Uni Heidelberg verbunden ist, auch die Namen vieler bekannter Wissenschaftler und Forscher der Uni Heidelberg sind eng mit der segensreichen Entwicklung der Stechmückenbekämpfung verbunden:
Dr. Wolfgang Schnetter, Prof. Dr. Werner Ludwig ( Dir. Des Zoologischen Instituts ), Prof. Dr. Storch … - Nicht zu vergessen Yoel Margalit von der Ben-Gurion-Universität in Israel, der in der Negev-Wüste die toten Schnakenlarven fand, in denen schließlich der bacillus thuringensis israelensis ( Bti ) entdeckt wurde, der die Larven abgetötet hatte – und der heute die Basis der umweltverträglichen Stechmückenbekämpfung durch die KABS darstellt.
Die Erfolgsgeschichte der Schnakenbekämpfung am Rhein ist Ergebnis der Kooperation der Kommunen der KABS mit den Wissenschaftlern und Forschern hauptsächlich der Uni Heidelberg und der Verknüpfung von Theorie und Praxis unter Leitung von Dr. Norbert Becker auf dem heutigen „high-tech-Niveau“ in der Schnakenbekämpfung durch KABS und GfS.
Durch die angesprochenen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Stechmückenbekämpfung, ist die KABS nicht nur damit befasst, satzungsgemäß Stechmückenplagen zu verhindern und damit die Lebensqualität der Menschen am Rhein zu verbessern und zu erhöhen, sie leistet auch mit den neuen wissenschaftlichen Ergebnissen immer wieder einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge ! ! , dies wird allerdings in seiner öffentlichen Bedeutung häufig noch gar nicht richtig erkannt und gewürdigt !
In seiner Ansprache anlässlich der Festveranstaltung „100 Jahre Schnakenbekämpfung am Rhein – 35 Jahre KABS ..“ im Frühjahr 2011 wies daher zu Recht der Präsident der KABS, Dr. Paul Schädler, auf die zeitgeschichtliche Rolle und Bedeutung der KABS hin, indem er ausführte:
„.. die Schnakenbekämpfung am Rhein stellt den Beginn einer Epoche neuer Lebensqualität für die Menschen dar, die in den Städten und Gemeinden entlang dieses Flusses leben … „
Es wurde von mir schon mehrfach betont: mit all diesen Entwicklungen ist immer wieder ein Name stark verquickt, es ist dies der heute von uns zu Ehrende, Dr. Norbert Becker, der sich wie kein anderer durch sein berufliches und wissenschaftliches Wirken um die Lebensqualität der Menschen am Oberrhein verdient gemacht hat.
Er wird heute begleitet von seinen engen Mitarbeitern, von Herrn Dirk Reichle, Regionalleiter der KABS, und Herrn Klaus Hoffmann, Distriktleiter der KABS, beide zuständig für unser Gebiet.
Diese „Unterstützung“ verdeutlicht auch, dass viele Leistungen, wie z.B. die Bekämpfung einer Schnakenplage, eine komplexe Leistung von vielen Faktoren und Akteuren darstellt. - Einer allein ist hierbei nahezu nichts, nur die abgestimmte, koordinierte Komplexleistung vieler, erzielt nachhaltige Erfolge, wie sie die KABS vorzeigen kann !!
Wenn wir heute Herr Dr. Norbert Becker mit der „Stockstädter Münze“ ehren, - der diese wahrlich persönlich verdient hat - gilt diese Ehrung symbolisch zugleich auch den vielen Aktiven, den Mitarbeitern und Helfern der KABS.
Noch in den 80 er Jahren gab es keinen Sommer, in dem „die Schnaken“ nicht irgendwann das beherrschende Gesprächsthema des Sommers waren in unserer Riedgemeinde. Immer wieder kamen Rundfunk- und Zeitungsreporter oder gar Fernsehleute … - .. und verließen nach kurzem Aufenthalt fluchtartig wieder unsere Gemeinde. Jeder Einzelne spürte am eigenen Körper, was es heißt einer Schnakenplage ausgesetzt zu sein – und dies 24 h am Tag, rund um die Uhr !!
- So ändern sich die Zeiten …!!
- Heute müssen wir uns intensiv erinnern, wann die letzte Schnakeninvasion unsere Riedgemeinde heimgesucht hat - und dies verdanken wir auch der unermüdlichen Arbeit der KABS und vor allem von Dr. Norbert Becker.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich will Ihnen heute auch nicht verschweigen, dass Norbert Becker Dank seines wissenschaftlichen Renommées und seines starken beruflichen Engagements etliche wichtige international hochkarätige Funktionen ausübt, wie auch etliche bedeutsame Auszeichnungen und Ehrungen erhalten hat …
– Nur wenige Beispiele seien hier genannt:
- seit 2000 Executive Director der „European Mosquito Control Association (EMCA),
- seit 2009 Präsident der “World Mosquito Control Association (WMCA) mit Sitz in Corona, Kalifornien, USA,
- seit 1995 beratend für die Weltgesundheitsorganisation (WHO/TDR) tätig in Fragen der Stechmückenbekämpfung in Asien, Afrika und Süd-Amerika,
- 2001 Auszeichnung mit der „Escherich Medaille“ der Deutschen Gesellschaft für Entomologie für herausragende Leistungen im Bereich der angewandten Biologie,
- 2004 Überreichung des „Bundesverdienstkreuzes am Bande“ für Verdienste um das Gemeinwohl im Rahmen der biologischen Stechmückenbekämpfung (auf Vorschlag der Gemeinde Stockstadt am Rhein),
- 2010 Meritorious Service Award of the American Mosquito Control Association (AMCA),
- …
- mehr als 100 Publikationen über die Biologie der Stechmücken und ihre Bekämpfung,
- …
Und heute, quasi „als Krönung“, die Verleihung der „Stockstädter Münze“ ..
Lieber Norbert Becker, wir sind heute in Stockstadt stolz, Dir für Deine Verdienste um die Lebensqualität im Ried die „Stockstädter Münze“ verleihen zu dürfen !!
Und wir sind auch stolz, lieber Norbert, dass Du uns auch heute „die Gunn oah duhst“ diese Auszeichnung anzunehmen !!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, zollen Sie mit mir Anerkennung, Lob und Beifall für Dr. Norbert Becker !
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit !
Verleihung der Stockstädter Münze an Siegfried Hahn
  Bild von Harald von Haza-Radlitz
Laudatio von Hermann Zissel auf Siegfried Hahn:
Meine sehr geehrte Damen und Herren,
ich darf heute für einen sehr guten Sportfreund und Parteifreund die Laudatio halten, der aber davon noch keine Ahnung hat.
Auf dem Grenzgang der SPD am 28. Dezember 2011 hat mich unser erster Vorsitzender Reiner Kiesel informiert, dass ein mir sehr gut bekannter Sport- und Parteifreund mit der Stockstädter Münze ausgezeichnet werden soll und ob ich die Laudatio halten wolle.
Spontan habe ich Ja gesagt, weil auch ich der Überzeugung bin, dass diese Persönlichkeit diese Auszeichnung verdient hat.
Meine Damen und Herren, der heute mit der Stockstädter Münze Auszuzeichnende, ist der uns allen bekannte „Siegfried Hahn“.
In einem Kalender mit dem Titel „Magische Momente“ steht unter dem heutigen Datum 15. Januar 2012: „Wer keine Visionen hat, vermag weder große Hoffnungen zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.“
Ich finde, dieser Spruch trifft genau auf Dich zu. Du hattest Visionen und Hoffnungen und hast sie, Deine Vorhaben und Ideen, verwirklicht.
Doch der Reihe nach.
Lieb er Siegfried, wir kennen uns schon seit mehr als 60 Jahren und haben in dieser Zeit sowohl sportlich und politisch als auch privat viele gemeinsame erfolgreiche Stationen durchlebt.
Zunächst zu Deinem Lebenslauf:
- Lieber Siggi, Du bist am 1. Januar 1940 in Böhmisch-Wiesental geboren und kamst nach dem Ende des 2. Weltkrieges mit Deiner Mutter nach Stockstadt.
- Von 1946 bis 1951 hast Du die Grund- und Hauptschule in Stockstadt und von 1951 bis 1955 das Realgymnasium in Gernsheim besucht.
- Dann kam von 1955 bis 1958 Deine Ausbildung zum Werkzeugmacher mit bestandener Gesellenprüfung bei der Firma Nold in Stockstadt.
- Du hast Dich weitergebildet und 1960 eine Ausleseprüfung bei der Ingenieurschule in Darmstadt bestanden.
- Im Jahre 1967 hast Du die Prüfung zum Werkzeugmachermeister erfolgreich abgelegt, und gleichzeitig bis 1969 die REFA Grundlehrgänge 1 und 2 besucht und bestanden.
- In der Zwischenzeit hast Du am 13. Dezember 1963 Deine liebe Frau Christa geheiratet. Du bist stolzer Vater von zwei Söhnen, die sowohl sportlich wie auch beruflich in Deine Fußstapfen getreten sind.
Nun zu Deinen sportlichen Aktivitäten:
- Seit 1950 bis etwa 2005 hast Du Deinen so geliebten Fußball gespielt.
- Von der Schülermannschaft, ab 10 Jahre, bis zur Sondermannschaft hast Du viele Pokalturniere und Meisterschaften erkämpft.
- Mitglied in der SKG bist Du erst seit 1955 – ab diesem Jahr musste Mitgliedsbeitrag gezahlt werden – obwohl Du schon seit 1950 in der damaligen Schülermannschaft gespielt hast.
Aber in der SKG warst Du nicht nur als Spieler aktiv. Nein! Du hast in diesem, Deinem Verein, SKG, auch Verantwortung im Vorstand der Abteilung Fußball und im damaligen Hauptvorstand übernommen:
- Von März 1969 bis Ende 1987 hast Du in der Abteilung Fußball Tätigkeiten als Jugendleiter, Beisitzer, Mitglied und 2. Vorsitzender im Spielausschuss und 2. Vorsitzender der Abteilung wahrgenommen.
- Auch im damaligen Hauptvorstand der SKG Stockstadt hast Du von 1987 bis 1991 das Amt des 2. Vorsitzenden ausgefüllt.
Darüber hinaus hast Du auch im Kreisfußballausschuss und im Jugendbereich Verantwortung
- als Klassenleiter für A- und B-Jugend von 1989 bis 1994 und als stellvertretender Jugendwart übernommen.
- Und von 1995 bis 2000 hast Du das Amt des Kreisjugendwartes bekleidet.
Lieber Siegfried, Dein ehemaliger Kreisfußballwart, Herr Müller aus Leeheim, bescheinigt mir folgendes Lob für Dich: „Siegfried Hahn war ein sehr angenehmer Mitarbeiter im Kreisfußballausschuss und er hat sich im Jugendbereich große Verdienste erworben. Zu den Vereinen unseres Kreises hatte er einen sehr guten Kontakt.“
Natürlich hat der Hessische Fußballverband einen so aktiven Sympathieträger auch entsprechend geehrt:
Du wurdest von 1982 bis 2000 ausgezeichnet
- mit dem Ehrenberief,
- mit der Ehrennadel in Bronze,
- mit der Ehrennadel in Silber, und
- mit der großen Verbandsehrennadel.
- Und am 6. März 1986 wurdest Du mit dem Ehrenberief des Landes Hessen ausgezeichnet.
Zurück zur SKG:
- 1991 wurde Siegfried Hahn zum 1. Vorsitzenden des Gesamtvereins der SKG gewählt. Er war der Vorsitzende des Hauptvorstandes, in dem alle Abteilungen gleichberechtigt vertreten waren.
- Als 1. Vorsitzender hat er bis 2005 maßgeblich zum Erhalt und zur Erweiterung der sportlichen Aufgaben beigetragen.
- In dieser Zeit wurden große Bauprojekte verwirklicht: Es wurde 1996 hinter der Altrheinhalle die SKG-Geschäftsstelle errichtet. Von 2001 bis 2002 wurden vier neue Kegelbahnen gebaut. Und von 2003 bis 2004 wurde der Neubau des Sporttreffs (Gaststätte mit großem Übungsraum) errichtet. Auch der Umbau der alten Kegelbahn zum heuten Kulturraum – in dem wir uns heute befinden – wurde Dank Siegfried Hahns guter Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Vereinen realisiert.
Deine Visionen hast Du verwirklichen können. Aber nur deshalb, weil Deine mit Menschen umgehende Befähigung:
- zu begeistern, zu führen,
- zur Umsetzung von Aufgaben jeglicher Art sowohl im sportlichen wie auch im politischen Bereich
Deine Stärken sind.
2005 hast Du das Amt des SKG-Vorsitzenden abgegeben. Und prompt hat Dich Deine SKG zum Ehrenvorsitzenden gemacht.
Aber, lieber Siegfried, Du hast Dich auch politisch engagiert:
- Du bist am 1. Oktober 1996 Mitglied des SPD-Ortsvereins in Stockstadt geworden.
Du hast am Anfang Deiner Mitgliedschaft zu mir gesagt: Die Stockstädter SPD hat so viel für unsere Gemeinde, für den Sport und die SKG getan, das s ich mich verpflichtet fühlte, hier etwas zurückzugeben, indem ich mich auch aktiv für die Zeile der SPD einsetzen will.
Auch hier hast du schnell Aufgaben übernommen:
- Von April 1997 bis März 2001 warst Du Mitglied in der Gemeindevertretung und gleichzeitig Vorsitzender des Sport- und Kulturausschusses.
- Und von April 2001 bis Ende März 2006 warst Du erster Beigeordneter und somit auch Vertreter des Bürgermeisters.
- Als Gemeindevertreter für die SPD bist Du seit April 2006 bis heute im Parlament aktiv und hier Mitglied des Haupt-und Finanzausschusses.
Auch für Führungsaufgaben im Parteivorstand hast du Dich zur Verfügung gestellt.
- So warst Du von 2003 bis 2007 erster Vorsitzender der Stockstädter SPD und von 2007 bis heute Vorstandsmitglied.
Die Partei hat Dir als absoluten Sympathieträger viel zu verdanken, aber das weiß sie auch.
Und dann war am Mittwoch, dem 12. Oktober 2011, vor gut 3 Monaten, für unseren Siegfried Hahn ein ganz besonderer Tag. Es gab eine große Auszeichnung!
- Der Regierungspräsident von Darmstadt, Herr Johannes Baron, hat unseren „Siggi“ für sein über mehrere Jahrzehnte sich erstreckendes bürgerschaftliches Engagement mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ gewürdigt.
Lieber Siggi, wir gratulieren Dir noch einmal ganz herzlich zu dieser Auszeichnung und sind stolz, sagen zu können: „Du bist einer von uns.“
Ich glaube aber auch sagen zu können, einen Teil der Auszeichnung gebührt Diner lieben Frau Christa.
Und heute, lieber Siegfried, will Dich Dein SPD-Ortsverein mit der Verleihung der Stockstädter Münze auszeichnen.
Ich bin mir sicher, Du wirst die Liste derer, die mit der Stockstädter Münze bereits ausgezeichnet worden sind, bereichern.
Sei bitte so gut und komme nach vorn, damit unser 1. Vorsitzender Reiner Kiesel Dir die Stockstädter Münze überreichen kann.
Von mir vorab herzliche Gratulation, Du bist ein würdiger Träger dieser Auszeichnung.
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.
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Grenzgang am 28. Dezember [28.12.2011] |
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Am Stockstädter Markplatz begrüßte der Vorsitzende der Stockstädter SPD Reiner Kiesel die 40 „Grenzgänger“. Hier informierte er über die Alternativen Rathausneubau oder Sanierung und erläuterte den Planungsstand des Kindergarten-Neubaus. Zwei der Container auf dem Marktplatz dienen zur Zeit als Ausweichquartier, da die Kapazität im Gemeindekindergarten nicht mehr ausreicht.
    
Ab 2016 werden auf der Bahnstrecke neue Züge fahren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt, so erklärte Kiesel, müssen die Bahnsteige neu gestaltet und erhöht werden. Das Bahngebäude selbst steht seit kurzem leer. Was mit dem Gebäude geschehen soll, ist nicht bekannt.
  
Im Odenwaldring hat sich einiges verändert. Die Fa. Drekopf hatte kürzlich zwei große Lagerhallen für Altpapier erstellt. Und auf der anderen Seite hat eine Arbeitsgemeinschaft von zwei Unternehmen den größeren Teil des dort lagernden Bauschutts weiter verarbeitet und als Auffüllmaterial verkauft. Die Zukunft dieses Geländes ist noch nicht geklärt.
 
Weiter ging es über die neue Privatstraße der Firma Kiesel im Gewerbegebiet Ost, wo sich die zurzeit größte Baustelle Stockstadts befindet. Diese Firma errichtet hier ein großes Logistikzentrum für ihre Baumaschinen mit Werkstätten, Schulungszentrum und Trainingsgelände. Ab Sommer 2012 soll von hier aus die Auslieferung der Baumaschinen und der Ersatzteile erfolgen.
   
Bei einem Zwischenstopp an der Feuerwehr freuten sich die Teilnehmer über heiße Getränke und Schmalzbrote, die Lutz Wenner und Ulrich Selle vorbereitet hatten.
   
Weiter ging es entlang des Damms zur Schlussrast bei dem Stockstädter Kaninchenzuchtverein, wo von den Mitgliedern ein deftiges Chilli con Carne angeboten wurde.
   
Hier finden Sie den Presseartikel im Ried-Echo vom 31. Dezember 2011: http://www.echo-online.de/region/gross-gerau/stockstadt/Fuer-Maerkte-noch-kein-Kompromiss-in-Sicht;art1260,2486483
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Nikolausfahrt am 9. Dezember [09.12.2011] |
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Unsere traditionelle Nikolausfahrt führte die Stockstädter Seniorinnen und Senioren in diesem Jahr zum Weihnachtsmarkt nach Koblenz.
   
Dort konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einer Stärkung nicht nur mit einem Glühwein oder Feuerzangenbowle aufwärmen, sondern fanden auch gleich an einem der vielen Stände das passende Weihnachtsgeschenk für ihre Lieben.
                          
Zum Abschluss ging es ins Gasthaus „Zum Taunusblick“ in Wiesbaden zum gemeinsamen Abendessen im weihnachtlich geschmückten Saal und gegen 23:00 h stiegen alle wohlbehalten und gutgelaunt nach einem schönen Tag in Stockstadt wieder aus dem Bus.
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